banner39.jpg

Die Geschichte der Löschgruppe Hücker-Aschen

Bis Ende des vorigen Jahrhunderts bestanden im Amt Spenge zwei Spritzenverbände. Der eine Verband umfasste die drei Gemeinden Spenge, Lenzinghausen und Hücker-Aschen, zum anderen Verband gehörten die Gemeinden Bardüttingdorf und Wallenbrück.

Jeder Verband verfügte über eine Saugspritze; im übrigen waren Wassereimer und Kübelspritzen die ersten Löschgeräte. Die Bedienung dieser Saugspritze und den Dienst als Feuerwehrmann leisteten die in der Gemeinde dazu bestimmten Männer. Es war eine so genannte „Pflichtfeuerwehr“. Überall im deutschen Lande bestand nun das Bestreben zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr in jeder Gemeinde. Es war hauptsächlich in Süddeutschland, wo die ersten Feuerwehren bereits im Jahre 1841 gegründet wurden.

Im Amt Spenge war es der damalige Amtmann Heidelbach, der die Bestrebungen zur Gründung von freiwilligen Feuerwehren in jeder Gemeinde förderte. Es gelang ihm am 13.05.1885 die erste freiwillige Feuerwehr in Spenge amtlich zu begründen. In Hücker-Aschen wurde zu dieser Zeit zunächst die besagte „Pflichtfeuerwehr“ gebildet.

Der Bauer Wilhelm Niederhaus, No. 19, war mit der Leitung und Führung dieser Wehr betraut. Bei dem damaligen Gemeindevorsteher Waldmann, No. 2, war die Druckspritze mit 12 Ledereimern, sowie bei drei weiteren Bauern je ein Wasserbehälter, die auf Schlitten gestellt waren, untergebracht. Im Falle eines Brandes wurde mit diesen Behältern das Wasser herangeschafft und in die Druckspritze gefüllt. Eine Saugvorrichtung war bei diesen sich am Ort befindlichen Spritzen noch nicht vorhanden. Die Ledereimer dienten nicht allein zum Füllen der Druckspritze, sondern bei nahe gelegenen Gewässern wurde eine Kette gebildet und so das Löschwasser von Mann zu Mann zum Brandherd gereicht.

Alle diese Einrichtungen erwiesen sich jedoch für eine wirkliche Brandbekämpfung als unzureichend. Im Jahre 1898 wurde dann auch in Hücker-Aschen eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Zur Gründungsversammlung erschienen 24 Mann, die die Satzung unterschrieben und zur Genehmigung einreichten.

Der Vorstand sei hier noch einmal aufgeführt:

Brandmeister:
 
Heinrich Gorges
Stellvertreter:
 
August Möllering
Spritzenmeister:
 
Hermann Tiemann
Steigerführer:
 
Heinrich Lammering
Schriftführer:
 
Fritz Bollmann
Kassierer:
 
Philipp Lammering
Gerätewart:
 
Wilhelm Placke
Beisitzer:
 
Kasper Schlömann
 
 
Hermann Redecker

Auch bei dem einstigen Gemeindevorsteher Hermann Kindermann und dem Gemeindevertreter Fritz Hempelmann fand die neu gegründete Wehr volle Unterstützung. Im März 1899 wurde der Wehr eine Handdruckspritze überreicht. Es wurde auch der Bau eines Steigerturmes vorgenommen, der durch die Baumspenden der Bauern in kurzer Zeit errichtet wurde.

Die Wehr nahm unter der Führung des Brandmeisters Heinrich Gorges und seines Stellvertreters Emil Bohrenkämper einen steten Aufschwung. Kurz vor dem ersten Weltkrieg stellte die Gemeinde der Wehr das neue Gerätehaus zur Verfügung. Damit fand auch die Handdruckspritze ihre rechtmäßige Unterkunft.

Nach 35-jähriger Dienstzeit wurde Brandmeister Heinrich Gorges im Jahre 1932 durch den Brandmeister Heinrich Spilker abgelöst. Im Jahre 1938 übernahm Brandmeister Wilhelm Bobe die Leitung der Wehr, der auch Verfasser dieser Chronik bis zum Jahre 1932 ist. Stellvertreter war August Rahe, der aber dann von dem Kameraden Willi Sander abgelöst wurde. Bedingt durch den zweiten Weltkrieg, währenddessen ein großer Teil der Kameraden zur Wehrpflicht herangezogen wurden und die nicht immer ausreichenden Gerätschaften, gab es viele Höhen und Tiefen in der Arbeit der Löschgruppe. Ein neues Gerät TS 8/8, das im Jahr 1947 der Löschgruppe mit einem Anhänger zur Verfügung gestellt wurde, machte bald einen Erweiterungsbau des Gerätehauses erforderlich. Da aber kein ziehendes Fahrzeug vorhanden war, stellte der Kamerad Hermann Haubrock seinen Lastwagen zur Verfügung. Erst im Jahr 1955 wurde ein 1,5 t. Zugwagen angeschafft, der gleichzeitig als Mannschaftswagen diente.

Gesundheitliche Gründe und das Erreichen der Altersgrenze veranlassten den langjährigen Leiter der Löschgruppe, Brandmeister Wilhelm Bobe, sein Amt in jüngere Hände zu legen. Kamerad Wilhelm Held wurde als neuer Gemeindebrandmeister bestätigt.

In dieser Zeit bekam die Löschgruppe eine neue Pumpe TS 8/8.Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde 1964 bezugsfertig. Ein Jahr später bekam die Löschgruppe ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug.

Kamerad Wilhelm Held führte die Funktion als Gemeindebrandmeister bis zu seinem plötzlichen Tod aus. Die Leitung der Wehr übernahm dann Brandmeister Klaus Sonntag von Januar 1968 bis Mai 1971.

Die kommunale Neugliederung im Jahr 1969 hatte auch eine Neuorganisation der freiwilligen Feuerwehr zur Folge. Aus dem Amtsverband der Freiwilligen Feuerwehren wurde die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Spenge, die sich unter der Leitung des Stadtbrandmeisters in die Löschzüge Spenge und Lenzinghausen und die Löschgruppen Bardüttingdorf, Wallenbrück und Hücker-Aschen gliederte.

Für die nächsten zwei Jahre leitete der stellvertretende Löschgruppenführer Unterbrandmeister Willi Sander die Löschgruppe Hücker-Aschen, bis sich ein jüngerer Kamerad bereit fand, die Feuerwehrschule Münster zu besuchen.

Im Januar 1973 wurde dem Oberbrandmeister Manfred Sonntag die Leitung der Löschgruppe übergeben. Sein Stellvertreter war Unterbrandmeister Willi Sander. Unter ihrer Leitung ging die Arbeit der Löschgruppe kontinuierlich voran, insbesondere was die Ausbildung und technische Ausrüstung anbelangte.

Im Jahre 1989 übernahmen dann Oberbrandmeister Karl-Wilhelm Vogt und sein Stellvertreter Unterbrandmeister Manfred Wenderoth die Leitung der Löschgruppe. Durch den immer größeren Einsatz von Kunststoffen und anderen chemischen Produkten in allen Lebensbereichen und die rasante Entwicklung des Straßenverkehrs veränderte sich die Aufgabenstellung der Feuerwehren. War es zur Gründungszeit der Wehr das alles vernichtende „Feuer“, das es in erster Linie zu bekämpfen galt, kommen heute die nicht weniger tödlichen Gefahren der Umweltverschmutzung und des Straßenverkehrs hinzu, bei denen es zu helfen gilt.

Die Löschgruppe Hücker-Aschen hat hier besonders in der Bekämpfung von Umweltschäden einen Schwerpunkt gesetzt und dazu auch die notwendigen technischen und ausbildungsmäßigen Voraussetzungen geschaffen.

1996 übernahm dann, bedingt durch Umzug in eine andere Stadt nur für ein Jahr, Unterbrandmeister Karsten Schäfers mit seinem Stellvertreter Thorsten Wippermann die Leitung der Löschgruppe. Unter deren tatkräftiger Leitung begann die Löschgruppe mit dem Anbau eines dringend benötigten Geräteraumes. Dieser Anbau wurde ausschließlich in Eigenhilfe erstellt und beim „Tag der offenen Tür“ am 15.06.1997 durch den Bürgermeister der Stadt Spenge, Herrn Christian Manz, seiner Bestimmung übergeben.

Ab dem 01.08.1997 leiteten Unterbrandmeister Rainer Wortmann und sein Stellvertreter Unterbrandmeister Klaus-Peter Kämper die Löschgruppe.

Mit der Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 und eines Gerätefahrzeuges Logistik am 13.06.1998 an die Löschgruppe Hücker-Aschen wurden die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch im nächsten „Jahrhundert“ die Feuerwehr in allen Notfällen schnell und effektiv Hilfe bringen kann.

Nach dem Rücktritt von Unterbrandmeister Rainer Wortmann im Dezember 2001 leiten seit dem 12.1.2002 Oberbrandmeister Klaus-Peter Kämper und sein Stellvertreter Brandmeister Thorsten Wippermann die Löschgruppe Hücker-Aschen.

Im Jahre 2008 gab es für die Löschgruppe Hücker-Aschen ein besonderes Fest. Zusammen mit dem Stadtfeuerwehrfest feierte die Löschgruppe ihr 110 jähriges bestehen.

Im Juli 2009 ist die Löschgruppenführung bestehend aus Klaus-Peter Kämper und seinem Stellvertreter Thorsten Wippermann zurückgetreten.

Ab Juli 2009 übernahmen dann Norman Gambietz und seine beiden Stellvertreter Christian Hartwig und Maik Schmithüsen die Löschgruppenführung.

Im Frühjahr 2010 haben wir mit den Vorbereitungen für den bevorstehenden Umbau begonnen.

Nach dem Rücktritt von Norman Gambietz im Juli 2010 übernahm Thorsten Wippermann zusammen mit seinem Stellvertreter Christian Hartwig die Löschgruppenführung der Löschgruppe Hücker-Aschen.

August 2010, der Bau der neuen Fahrzeughalle beginnt.

In einer so schnelllebigen und immer mehr von Technik beherrschten Zeit ist die Aus- und Weiterbildung unserer jungen Kameraden/-innen unsere dringlichste Aufgabe.

Die Löschgruppe Hücker-Aschen der Freiwilligen Feuerwehr Spenge verrichtet ihre Arbeit ehrenamtlich und hat damit über nunmehr 112 Jahre ihrer Geschichte in unserem Ortsteil gute Erfahrungen gemacht. Sie wird auch in Zukunft ihre Pflicht tun und allen Bürgerinnen und Bürgern, ohne Ansehen der Person, in Not und Gefahr zu Hilfe kommen.

Getreu ihrem Wahlspruch unter dem sie auch in ihrem Gründerjahr angetreten ist:

»Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«

Die Geschichte der Löschgruppe tabellarisch

1885 Am 13. Mai wird die erste Freiwillige Feuerwehr im damaligen Amt Spenge gegründet / Bildung der Pflichtfeuerwehr
1898 Gründung der Feiwilligen Feuerwehr
1899 Im März wurde der Wehr eine Handdruckspritze überreicht.
1918 Kurz vor dem ersten Weltkrieg stellt die Gemeinde der Wehr das neue Gerätehaus zur Verfügung.
1932 Nach 35-jähriger Dienstzeit wird Brandmeister Heinrich Gorges durch den Brandmeister Heinrich Spilker abgelöst.
1938 Brandmeister Wilhelm Bobe übernimmt die Leitung der Wehr.
1947 Ein neues Gerät, TS 8/8, wird der Löschgruppe mit einem Anhänger zur Verfügung gestellt.
1955 Ein 1,5 t. Zugwagen wird angeschafft. Gleichzeitig dient er als Mannschaftswagen.
?? Gesundheitliche Gründe und das Erreichen der Altersgrenze veranlassen den langjährigen Leiter der Löschgruppe, Brandmeister Wilhelm Bobe, sein Amt in jüngere Hände zu legen. Als neuer Gemeindebrandmeister wird Kamerad Wilhelm Held bestätigt.
1964 Das neue Feuerwehrgerätehaus ist bezugsfertig.
1965 Die Löschgruppe bekommt ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug.
1968 Bis zu dem plötzlichen Tod von Wilhelm Held hat er die Funktion als Gemeindebrandmeister. Die Leitung der Wehr übernimmt Brandmeister Klaus Sonntag von Januar 1968 bis Mai 1971.
1969 Die kommunale Neugliederung hat eine Neuorganisation der freiwilligen Feuerwehr zur Folge.
Aus dem Amtsverband der Freiwilligen Feuerwehren wird die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Spenge, die sich unter der Leitung des Stadtbrandmeisters in den Löschzug Spenge und die Löschgruppen Lenzinghausen, Bardüttingdorf, Wallenbrück und Hücker-Aschen gliedert.
1973 Im Januar wird dem Oberbrandmeister Manfred Sonntag die Leitung der Löschgruppe übergeben. Unterbrandmeister Willi Sander ist sein Stellvertreter.
1989 Oberbrandmeister Karl-Wilhelm Vogt und sein Stellvertreter, Unterbrandmeister Manfred Wenderoth, übernehmen die Leitung der Löschgruppe
1996 Bedingt durch Umzug in eine andere Stadt übernimmt Unterbrandmeister Karsten Schäfers mit seinem Stellvertreter Thorsten Wippermann die Leitung der Löschgruppe für ein Jahr.
1996 Beginn mit dem Anbau des dringend benötigten Geräteraumes.
1997 Der Anbau wird bei dem „Tag der offenen Tür“ am 15. Juni durch Christian Manz, Bürgermeister der Stadt Spenge, seiner Bestimmung übergeben.
1997 Ab dem 01. August leiten Unterbrandmeister Rainer Wortmann und sein Stellvertreter Unterbrandmeister Klaus-Peter Kämper die Löschgruppe.
1998 Am 13. Juni wird das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 und das Gerätefahrzeug Logistik an die Löschgruppe übergeben.
2001 Rücktritt von Unterbrandmeister Rainer Wortmann im Dezember
2002 Seit dem 12. Januar haben Hauptbrandmeister Klaus-Peter Kämper und sein Stellvertreter Oberbrandmeister Thorsten Wippermann die Leitung der Löschgruppe.
2008 Stadtfeuerwehrfest und 110 jähriges bestehen der Löschgruppe Hücker-Aschen
2009 Rücktritt des Löschgruppenführers Klaus-Peter Kämper und seines Stellvertreters Thorsten Wippermann im Juli
2009 Norman Gambietz und seine Stellvertreter Christian Hartwig und Maik Schmithüsen übernahmen die Löschgruppenführung ab Juli
2010 Im Frühjahr 2010 haben die Vorbereitungen für den bevorstehenden Umbau begonnen
2010 Juli 2010 Rücktritt von Norman Gambietz als Löschgruppenführer
2010 Juli 2010 Thorsten Wippermann übernimmt die Löschgruppenführung zusammen mit seinem Stellvertreter Christian Hartwig
2010 Im August 2010 beginnt der Anbau einer neuen Fahrzeughalle
Go to Top