Montag, 21. Oktober 2019
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Ganztägige Ausbildungsveranstaltung „Massenanfall von Verletzten (MANV)“ Rettungsdienst, DRK und Feuerwehr üben gemeinsam

Die Vorhaltung des Rettungsdienstes im Kreis Herford ist so bemessen, dass die rettungsdienstliche Regelversorgung sichergestellt ist. Bei einer Anzahl von 4 und mehr nach einem Schadenereignis zu versorgenden Verletzten bzw. Erkrankten handelt es sich nach den Planungen des Kreises Herford um einen so genannten „Massenanfall von Verletzten (MANV)“.

Während im täglichen Einsatz des Rettungsdienstes das Verhältnis zwischen Anzahl der Patienten, dem rettungsdienstlichen Fachpersonal und dem Material (Fahrzeuge, medizinisches Gerät, Medikamente, Verbandmaterial etc.) in der Regel ausgewogen ist und jeder Patient sofort eine individualmedizinische Versorgung erhält, ist dies bei einem MANV anders. Den ersteintreffenden Rettungsfahrzeugen stehen eine Vielzahl verletzter bzw. erkrankter Personen gegenüber. Ziel der Bewältigung dieses Schadenereignisses ist das Überleben möglichst vieler Personen sicherzustellen, die Folgeschäden zu minimieren und möglichst rasch zu einer individualmedizinischen Versorgung zurückzukehren. Dies erfordert ein spezielles Vorgehen, bei dem neben dem Rettungsdienst auch die Feuerwehr eingebunden ist.

In der Spenger Feuerwehr hat man sich in Zusammenarbeit mit der Rettungswache Spenge des Kreises Herford schon frühzeitig Gedanken zu dem Thema gemacht. So sind die Fahrzeuge der Löschzüge Spenge und Lenzinghausen mit zusätzlichem Material (näheres siehe unter Standort/Fahrzeuge/Beladelisten) ausgestattet worden. Beide Einheiten verfügen über insgesamt 20 ausgebildete Rettungssanitäter/Rettungsassistenten, die überwiegend hauptberuflich in unterschiedlichen Stellen des Rettungsdienstes tätig sind und sich zu einer Schnelleinsatzgruppe (SEG) Rettungsdienst zusammengeschlossen haben. Bei einem größeren Schadenereignis außerhalb Spenges sollen sie den einzurichtenden Behandlungsplatz mit besetzen. Bei einem größeren Schadenereignis in Spenge werden sie direkt vor Ort eingesetzt sein.

Ziel des ganztägigen Seminars war unter anderem den anwesenden Feuerwehrleuten aus allen Spenger Einheiten die Erkenntnis zu vermitteln, dass sich die Einsatzstelle in der ersten halben Stunde nach und nach organisiert und aufbaut und dass hierbei der Feuerwehr aufgrund ihres schnellen Eintreffens an der Einsatzstelle eine wichtige Position zukommt. Dies gilt nicht nur für den technischen Einsatz. Der ersteintreffende Fahrzeugführer stellt nach Absprache mit dem Rettungsdienst die entscheidenden taktischen Weichen zur Bewältigung einer Großschadenslage und die Mannschaft wird mit den (hoffentlich zeitnah aufgefrischten) Kenntnissen der Ersten Hilfe arbeiten müssen. Verstärkung wird erst nach und nach eintreffen. Inhalt des Seminars waren so in den Morgenstunden die gesetzlichen Grundlagen eines Großschadensfalles, die Aufgaben des Leitenden Notarztes(LNA) und des Organisatorischen Leiters des Rettungsdienstes (ORGL), der Aufbau einer Einsatzstelle von der Patientenablage über den Behandlungsplatz bis hin zum Rettungsmittelhalteplatz (genauer Lehrgangsplan siehe Anlage). An einem praktischen Fall wurde kurz vor der Mittagspause zusammenfassend die Frage erörtert „Was wird von der Feuerwehr bei einem MANV erwartet?

Gut gestärkt ging es nach der Mittagspause an den praktischen Teil des Seminars. Zunächst wurden die Ressourcen des Rettungsdienstes, des DRK und nicht zuletzt der Feuerwehrfahrzeuge erläutert. Auch praktische Fertigkeiten (u.a. wie mache ich eigentlich eine Knicktrage einsatzbereit?) wurden vermittelt. Zum Abschluss des Tages wurde das Erlernte in einer groß angelegten Übung überprüft. Ein Unfall mit drei PKW mit insgesamt 10 Verletzten wurde nachgestellt. In der anschließenden Nachbesprechung im Spenger Gerätehaus wurden zu verbessernde Details angesprochen.

Die Teilnehmer des Seminars äußerten sich positiv über die Ausbildungsveranstaltung. Herzlichen Dank nochmals an alle Teilnehmer und Ausbilder.

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